Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

Die ursprünglichste aller Heilkunden

Die Heilkunde mit Pflanzen ist sicherlich – neben dem Handauflegen und der Geistheilung – eine der ursprünglichsten und ältesten Heilkunden der Welt. Seit Menschengedenken wird die Kraft von Pflanzen zur Gesundung eingesetzt. Ob als Tee, Salbe, Öl, Umschlag, Einreibung, Pulver, Zäpfchen, Gurgellösung, Pflaster, Urtinktur oder andere Darreichungsform, die Möglichkeiten sind zahlreich. Bedauerlicherweise ist die Phytotherapie in den letzten 100 Jahren durch das immer größer werdende Repertoire an chemischen Therapeutika in den Hintergrund gedrängt worden. Heute gibt es kaum noch eine Apotheke in Deutschland, die lose Kräuter vorhält oder eigene Salben oder Tinkturen zubereitet. Die konventionelle Medizin möchte uns davon überzeugen, dass die Anwendung von Kräutern nutzlos oder gar gefährlich ist, da man den Wirkstoffgehalt der Anwendung oder Einnahme nicht standardisieren kann. In der Tat ist dieser abhängig von Standort, Umweltfaktoren, Art der Ernte, Trocknung und Zubereitung – und doch haben Menschen Jahrtausende damit erfolgreich (und kostengünstig) geheilt. Als überzeugte Kräuterhexe ist es mir ein Anliegen, die Kunde über die Schätze der Natur weiterleben zu lassen. Ich baue in meinem Garten Heilkräuter an und verarbeite sie nach traditionellen Rezepten. Gelegentlich biete ich Kräuterwanderungen und Kurse zur Bereitung eigener Hausmittel aus der Natur an, schauen Sie bei Interesse gerne in meine Veranstaltungstermine oder sprechen mich an.

Von der Klostermedizin zur Pille

In vormaligen Zeiten wurden die Rezepte und Anwendungen von Familie zu Familie, von Clan zu Clan weitergegeben. Mit Entwicklung der Schrift als Kulturtechnik konnten bewährte Rezepturen festgehalten werden. So finden sich Insignien auf Steintafeln, die bereits ca. 3.000 Jahre v. Chr. Pflanzen und Rezepte erwähnen. Papyrusaufzeichnungen überliefern uns schriftliche Belege für Heilpflanzenrezepte, und ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. wird durch Hippokrates eine bis heute bedeutende Gesundheitslehre geschaffen, die ebenfalls auf den durch die Natur gegebenen Mitteln beruht. Mit der Klostermedizin findet dann eine recht systematische Aufzeichnung der Kräuterheilkunde statt, wobei die bis dahin geläufige magische Wirkung einer Pflanze bei den Niederschriften leider ausgespart wird, da sie nicht mit den christlichen Grundsätzen vereinbar ist. Wer Pflanzen in all ihren Aspekten und Wirkweisen nutzen will, tut also gut daran, sich in der Literatur nicht-christianisierter Länder umzusehen, oder sich in animistisch geprägten Kulturen umzuschauen. Heute werden traditionelle Kräuteranwendungen kaum noch empfohlen, stattdessen werden bewährte Kräuter möglichst standardisiert angebaut und zu Tabletten, Tropfen oder Dragees mit immergleicher Wirkstoffdosis verarbeitet.

Heilkräuter in meiner Praxis

Die Kräuterheilkunde ist für mich einer der wichtigsten Bausteine meiner Arbeit. Sehr gerne arbeite ich mit Urtinkturen, die neben dem phytotherapeutischen Wirkstoff auch mit dem Wesen der Pflanze arbeiten, und so die Seelenlage des Patienten in besonderer Weise mit auffangen können. Häufig erhalten meine Patienten von mir Empfehlungen zu traditionellen Anwendungen von Kräutern, sei es als Tee, Wickel, Tinktur oder ähnlichem. Die Erfahrungen damit sind einfach überzeugend. Ich konzentriere mich bei der Pflanzenauswahl weitestgehend auf in Europa beheimatete Pflanzen, denn diese sind Teil unseres Kulturkreises und haben in meinen Augen einen größeren Bezug zu uns als fernöstliche Pflanzen. Besonders in der Kinderheilkunde empfehle ich gerne Heilpflanzen, wobei hier selbstverständlich ein besonderer Wissensschatz an geeigneten Kräutern und Rezepturen je nach Alter vorliegt.

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